Was unsere Erde bewegt – Plattentektonik

Vortrag

Vom GeoPark Karnische Alpen organisiert kam Dr. Ralf Schuster von der Geologischen Bundesanstalt in Wien für zwei Tage in den Geopark, um über das zunächst schwierig wirkende Thema „Plattentektonik“ zu referieren. Vor insgesamt 170 Schülern und in einem Abendvortrag in St. Stefan vor ca. 50 Leuten gelang es Dr. Ralf Schuster in insgesamt fünf Vorträgen die Plattentektonik zu erklären.
Die Erde ist nicht starr, sondern sowohl im Inneren wie an der Oberfläche ständig in Bewegung. Vom heißen Erdkern steigen Gesteinsmassen gegen die Oberfläche auf, wo sich Platten gegeneinander bewegen. Derzeit gibt es dreizehn Großplatten und einige kleinere. Die Platten wachsen in der Mitte der Ozeane, sie tauchen untereinander ab oder bewegen sich aneinander vorbei – und das mit Geschwindigkeiten von bis zu 15 Zentimetern pro Jahr. Dadurch verändert sich die Form der Kontinente und Venedig rückt uns in Kärnten jedes Jahr einen Millimeter näher.
Die Bewegungen der Platten sind für uns schwer vorstellbar, weil sie so langsam ablaufen, dass wir sie nicht wahrnehmen. Hie und da bekommen wir aber doch etwas von diesen Vorgängen mit, nämlich dann, wenn die Erde bebt oder Vulkane ausbrechen. Auch unsere Alpen verdanken wir der Plattentektonik. Sie türmten sich auf, als sich die Adriatische Platte über die Eurasische Platte schob. Dieser Vorgang setzte vor ca. 135 Millionen Jahren vor heute ein und ist bis heute nicht ganz beendet. Vor 85 Millionen Jahren ragten die ersten Berge als Inselwelt aus dem damaligen Meer, die heutigen Alpen haben ihre Form aber zum großen Teil erst in den letzten 30 Millionen Jahren erhalten.
Dr. Ralf Schuster ließ uns auch von einer hartnäckigen Auffassung Abschied nehmen. Er führte aus, dass durch  das Gailtal nicht die Plattengrenze zwischen Afrika und Europa verläuft. Sie liegt heute im Mittelmeer.

 
Bgm. Ferlitsch mit der Organisatorin des Vortragsabends DI Gerlinde Ortner vom GeoPark Karnische Alpen und dem Referenten Dr. Ralf Schuster