Vortrag Geopark Karnische Alpen am 19. März 2010

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts hat v.a. die Karnische Region Erdwissenschaftler aus allen Teilen der Welt angezogen. Tatsächlich gibt es kein anderes Gebiet in den gesamten Alpen, in dem so reiche Zeugnisse aus dem Erdaltertum erhalten geblieben sind. Zu den Naturschätzen gehören nicht nur fossile Reste der damaligen Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch Naturdenkmale wie viele hundert Meter hohe Kalkformationen, finstere Schluchten und enge Klammen, tosende Wasserfälle oder idyllische Bergseen.
Diese Schätze der Erdgeschichte bekannt zu machen, insbesondere aber die rund um St. Stefan, war Ziel des bilderreichen Vortrags am 19. März 2010 im Kultur- und Gemeindezentrum von St. Stefan.

Vizebgm. Markus Brandstätter und Vizebgm. Ronny Rull bedankten sich bei der GeoPark-Geschäftsführerin DI Gerlinde Ortner  und Univ.Prof. Dr. Hans Schönlaub mit kleinen Präsenten.

Kulturreferent Vizebgm. Markus Brandstätter hieß die beiden Referenten Dipl.-Ing. Gerlinde Ortner und Univ.-Prof. Dr. Hans Peter Schönlaub vom Geopark Karnische Alpen herzlich willkommen und dankte für ihren Einsatz. In seinem Kommentar unterstrich er auch die Bedeutung des Geoparks für das gesamte Gailtal und verwies in diesem Zusammenhang auf die finanzielle Beteiligung der Gemeinde St. Stefan im Gailtal an der Entstehung des Besucherzentrums Geopark Karnische Alpen in Dellach.
Zu dieser von der Gemeinde St. Stefan tatkräftig unterstützten Veranstaltung fanden sich rund 80 Besucher ein, unter ihnen auch Vizebgm. Ronny Rull und GR DipI.-Ing. Alfred Egger. Die interessanten Informationen spannten sich von den Zeugnissen des Erdaltertums (500 – 250 Millionen Jahre vor heute) bis zu den Ablagerungen der letzten Eiszeit (110.000 – 12.000 Jahre vor heute).

 

Die Besucher zeigten sich sehr begeistert und hatten auch Gelegenheit den Vortragenden Fragen zu stellen

Erdgeschichte der Gemeinde St. Stefan im Gailtal
Die Gailtaler Alpen im Bereich von St. Stefan werden von Kalken und Dolomiten der Trias aufgebaut. Richtung Süden folgen auf der Hochebene von St. Stefan eiszeitliche Ablagerungen wie Grundmoränen und Kiese. Grundmoränen  sind unter dem Gletscher abgelagerte Lockergesteine mit einem hohen Anteil an Feinteilchen. Die jüngsten Ablagerungen finden sich als Ausedimente in den Talniederungen der Gail. Die Karnischen Alpen werden im Wesentlichen aus Schiefergesteinen und  Kalken des Erdaltertums aufgebaut.

 

Geologische Karte der Gemeinde St. Stefan i. G:
Legende (von Nord nach Süd):

  • violette Flächen:
    Gesteine der Trias (250-200 Millionen Jahre vor heute)

  • gelbe Flächen:
    Eiszeitsedimente
    110.000 – 12.000 Jahre vor heute

  • weiße Flächen:
    Ausedimente (10.000 Jahre vor heute – jetzt)

  • blaue Flächen:
    Gesteine des Erdaltertums (500 – 250 Millionen Jahre vor heute)

 

An erdgeschichtlichen Gebilden von besonderem Wert (Geotope) wurden im Gemeindegebiet St. Stefan bisher drei Standorte definiert. Das sind das Kohlevorkommen von Nieselach, die Vorderberger Klamm und der Oisternig.
Das Kohlevorkommen von Nieselach ist deswegen von Bedeutung, weil es als eines der wenigen Zeugnisse einer älteren Eiszeit – älter als 110.000 Jahre –  im Gailtal erhalten geblieben ist. Die eindrucksvolle Wand (Aufschluss) zeigt wunderbar die Gesteinsabfolge des letzten erdgeschichtlichen Abschnitts.

Kohlevorkommen von Nieselach

Unterste Schicht: Bänderschluffe der Risseiszeit
Mittlere Schicht: kohleführende Schicht
Oberste Schicht: Schotter des vorrückenden Gletschers der letzten Eiszeit (Würm)

 


Die Vorderberger Klamm, die aus  Bänderkalken aufgebaut wird,  bietet auf kurzer Strecke ein eindrucksvolles Klammerlebnis. Zurzeit laufen Bemühungen diese Klamm wieder zugänglich zu machen.

 


Der Oisternig bzw. die Feistritzer Alm war vor rund 380 Millionen Jahren ein warmes Flachmeer, das reich an Korallen, Seelilien, Armfüßer, Muscheln etc. war. Die Gehäuse und Skelette dieser Lebewesen findet man als Versteinerungen an der Ostseite des Oisternig.

Versteinerte Koralle

 

Abschließung möchte sich die Gemeinde St. Stefan herzlich bei Fr. DI Ortner und Hrn. Dr. Schönlaub für den wissenwerten Vortrag bedanken. Für weitere Informationen weisen wir auf die Homepage des Geoparks http://www.geopark-karnische-alpen.at/ hin