Tansania - Infoabend "Ein Herz für Afrika"

Vortrag über Tansania

Frau Brigitte Brandmüller aus Hermagor setzt sich bereits seit dem Jahre 2005 für zahlreiche Projekte in Tansania ein. Am 12. April 2013 stellte sie zahlreichen Besuchern im Kultur- und Gemeindezentrum St.  Stefan  ihre Projekte, finanziert aus Spendengeldern, vor.
Brigitte bewarb sich 2005 in der Diözese Moshi in Tansania, um als Missionarin auf Zeit mitzuarbeiten. Heuer fliegt sie bereits zum 9. Mal nach Tansania.
Im Jahre 2006 begann sie mit Spendengeldern eigene Projekte zu organisieren und finanzieren. Mit dem Bau eines überdachten Sandspielplatzes, dem Ausstatten von 2 Räumen mit Tischen und Stühlen, Organisation eines Kleinbusses und finanzielle Unterstützung zum Kauf von Spezialnahrung für Säuglinge im Waisenhaus „Upendo Chirldren`s Home“ fing alles an. Weiters half sie beim Kirchenbau in Uchira mit und nun läutet die alte Kirchenglocke der Stadtpfarrkirche von St. Veit in Tansania. Zwei Kindergärten wurden mit Spielsachen ausgestattet, ein Nebengebäude mit Küche, Lagerraum sowie Duschen und WC wurden gebaut und dem Pfarrhof angeschlossen. Auch verschickte sie Container mit Hilfsgütern, u.a. auch vom Krankenhaus Hermagor gespendet.
Im Jahre 2008 startete sie ein Nähprojekt für Frauen an einer berufsbildenden Schule. Für eine Schule wurde der Kontakt zu einer Organisation in Holland hergestellt, die die Kosten für den Bau von zwei Schülerheimen übernahm. Nach Fertigstellung werden 1.000 – 1.200 Schüler dort Aufnahme finden. Auch wurde eine Zahnarztpraxis in einem kleinen Krankenhaus eingerichtet, welche von Dr. Wolfgang Mikschofsky betreut wird. Die Uni Graz entsendet regelmäßig angehende Zahnärzte nach Uchira und mit einem einheimischen Zahnarzt ist die dort lebende Bevölkerung gut versorgt. Der Zahntechniker Valentin Brugger aus Hermagor hat einen einheimischen Zahntechniker ausgebildet und so können Zahnersätze vor Ort angefertigt werden.
In ihrem afrikanischen Zuhause führte sie jährlich Renovierungsarbeiten durch und nunmehr ist es soweit fertig, dass Feriengäste aufgenommen werden können. Durch die Nähe zum Kilimandscharo ist das Haus gut ausgelastet und ein Teil der Einnahmen wird wieder für weitere Projekte verwendet.
Seit 2006 werden Schulpaten gesucht, die bereit sind, einem tansanischen Kind die Grundschule – 7 Jahre Volksschule und 6 Jahre Mittelschule – zu finanzieren. 1 Jahr Volksschule kostet 80 Euro, ein Jahr Mittelschule 200 Euro. In dieser Summe sind alle Kosten für Schuluniform, Schuhe, Unterwäsche, Socken, Schultasche, Lehrmaterial, Prüfungsgebühr und Essen sowie an der Mittelschule auch die Löhne der Lehrer abgedeckt. Mittlerweile haben 70 Kinder Schulpaten aus Österreich, Deutschland und Italien und somit Chance auf eine Schulbildung.
Seit 2007 haben Jugendliche und Senioren die Möglichkeit, in der Diözese Moshi ehrenamtlich mitzuarbeiten. Jugendliche aus der ganzen Welt absolvieren dort ihr Auslandspraktikum, aus der Region Hermagor waren schon etliche in Moshi. Auch heuer wieder fliegen 2 Mädchen nach Tansania, um Brigitte zu unterstützen.
Der Kindergarten von Mabungo wurde 2008 begonnen und 2011 fertiggestellt. Die Kosten betrugen ca. € 60.000,-- und wurden zur Gänze von Spenden finanziert.  Elisabeth Muffat aus St. Stefan war 2011 und 2012 in Mabungo und half bei der Gestaltung des Innenhofes des neuen Kindergartens und machte ein neues Wandrelief aus Lehm mit afrikanischen Symbolen und einfachen Motiven sowie ein Altarkreuz aus der Erde Afrikas und Kreuzwegstationen als Gipsplatten-Relief. Die offizielle Übergabe des Kindergartens an die Diözese Moshi erfolgt am 15. August 2013. Elisabeth Muffat freut sich schon sehr, im Sommer wieder nach Tansania fahren zu können, um weiterhin helfen zu können, wo Hilfe nötig ist.
Da das Projekt Kindergarten Mabungo nun abgeschlossen ist, will Brigitte mit einem neuen Schulum- bzw. Neubau am Land, 35 km von Moshi entfernt, beginnen. Materialeinkauf, Organisation, Bezahlung der Handwerker werden von Brigitte selbst übernommen, um eine bessere Kontrolle über die Ausgabe der Spendengelder zu haben. Die Baupläne für dieses Projekt wurden vom Ziviltechniker Dr. Rudolf Pernull aus Presseggen gezeichnet. Da es keine Stromleitung gibt, wird die Schule mit einer Fotovoltaikanlage ausgestattet. Brigitte ist schon voller Tatendrang und freut sich auf die neue Aufgabe!
Der Frauenchor Vorderberg umrahmte kostenlos den interessanten Vortrag mit schwungvollen afrikanischen Liedern.
Bei der Veranstaltung wurden Spenden in Höhe von € 1.140,-- erzielt, die wiederum in das neue Projekt von Brigitte Brandmüller fließen werden. Ein herzliches Dankeschön an die Besucher des Abends!


 

Nadine Kaiser  und Sarah Mortsch unterstützen heuer im Sommer Frau Brandmüller und Frau Muffat in Tansania und werden so wertvolle Eindrücke für ihr Leben sammeln können. (v.l.n.r.: Brandmüller, Kaiser, Mortsch, Muffat)


Dem interessante Vortrag lauschten die zahlreich erschienenen Zuhörer

Zum Vortrag passend begeisterte der Frauenchor Vorderberg mit afrikanischen Weisen

Lydia Jost (li.) und Erika Ebner helfen und unterstützen Brigitte gerne